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Hartmut Rosa: „Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung“,  Suhrkamp 2016

Resonanz

„Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung.“ Mit diesem Satz beginnt das neue Werk „Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung“ von Hartmut Rosa. Bekannt geworden ist der deutsche Soziologe durch die Publikation „Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“, in welchem er Ursachen, Erscheinungsformen und Konsequenzen der sozialen Beschleunigung in der modernen Lebenswelt untersucht.

Da laut Rosa in der modernen Gesellschaft immer mehr Menschen das Gefühl haben, einer stummen, gleichgültigen Welt gegenüber zu stehen, stellt der Autor in seiner neuen Publikation die Frage nach den Voraussetzungen für ein gutes, gelingendes Leben und nach einer Strategie, um dem Gefühl zunehmender Entfremdung zu entkommen.

In dem Versuch vieler Menschen, als Gegenreaktion auf eine zunehmend beschleunigte Welt das eigene Leben zu entschleunigen, sieht Hartmut Rosa keine Lösung, da Entschleunigung nicht zum Selbstzweck werden könne. Und auch in einer übersteigerten Aktivität in den sozialen Netzwerken im Internet bleibe die Sehnsucht häufig unerfüllt, resonant mit der Welt verbunden zu sein, da der Weltbezug in den digitalen Medien in den meisten Fällen nur vorgegaukelt werde. Als adäquate Gegenstrategie zur wachsenden Entfremdung sieht der Autor daher Resonanz, die wir in leiblich-sinnlichen Resonanzbeziehungen erfahren.

Was genau Resonanz bedeutet und in welchen Lebensbereichen sie ganz konkret erlebt oder aktiv hergestellt werden kann (etwa in den „Erfahrungssphären“ Arbeit, Familie, Religion und auch Sport), und welchen ganz konkreten Hindernissen sie ausgesetzt ist und welche Folgen dies für unser Leben hat, all dies beschreibt Hartmut Rosa auf sehr verständliche Weise auf über 800 Seiten, die man entweder hintereinander weg oder auch nach jeweiliger Interessenlage sprunghaft-selektiv lesen kann.

Hartmut Rosa (50) ist seit 2005 Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Universität Jena. Er ist vor allem bekannt für seine Studien zur Beschleunigung der Arbeits- und Lebenswelt.

Weitere Informationen zum Buch auf der Suhrkamp Webseite HIER

 

 

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